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Klinische Validierung von vorhergesagten Response- und Resistenzfaktoren zielgerichteter Therapien beim Magenkarzinom

Das Magenkarzinom ist eine aggressive Krebserkrankung mit einer ungünstigen Prognose. Krebszellen werden als körpereigene Zellen von unserem Immunsystem nicht gut erkannt und deshalb nicht eliminiert. Oft unterscheiden sich jedoch der Stoffwechsel und die Oberfläche der Krebszelle von den gesunden Körperzellen. Gegen diese veränderten Oberflächen sind in den letzten Jahren zielgerichtete Therapien entwickelt worden, die Krebszellen markieren und damit dem Immunsystem sichtbar machen. Darüber hinaus sollen mit den gleichen Medikamenten auch Signalübertragungswege von der Oberfläche ins Zellinneren blockiert und damit die Aggressivität und das weitere Wachstum der Tumorzellen gehemmt werden.
Bei 10-20 % der Patienten werden im Gewebe des Magenkarzinoms Proteine übermäßig gebildet, die zur Familie der epidermalen Wachstumsfaktorrezeptoren (EGFR) gehören und die Zellvermehrung stimulieren und das Absterben der Zellen unterdrücken. Gegen diese Rezeptoren sind gezielte Therapien entwickelt und für verschiedene Tumorarten zugelassen worden.
So kann mit Hilfe einer zielgerichteten Therapie (Trastuzumab) zusätzlich zur konventionellen Chemotherapie das Ansprechen bei einem HER2/neu positiven Magenkarzinom verbessert und die Lebenserwartung verlängert werden. Leider sind einige der Tumoren gegenüber Trastuzumab resistent. Auch die initial ansprechenden Tumoren entwickeln während der Behandlung Resistenzmechanismen und beginnen wieder zu wachsen. Deshalb wollen wir die Gewebeproben von Patienten auf Biomarker untersuchen, die ein Ansprechen oder eine Resistenz gegenüber der zielgerichteten Therapie vorhersagen lassen. Die vielversprechendsten Biomarker werden in Laborexperimenten des Konsortiums entwickelt und nachfolgend in den Patientenproben validiert.
Es wurden bereits im Rahmen klinischer Studien Gewebeproben gesammelt. Zusätzlich werden jetzt von ca. 500 Patienten Gewebeproben und Daten zur Behandlung und zum Erkrankungsverlauf gesammelt, um verlässliche, statistisch aussagefähige Ergebnisse insbesondere zur Behandlung der Patienten mit HER2/neu-Überexpression zu erhalten.
Dies erfolgt in einer von der Ethikkommission an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig positiv bewerteten Beobachtungsstudie „VARIANZ“. Die in dieser Studie gewonnenen Gewebe und Behandlungsdaten sind Grundlage für die Erforschung des Ansprechens oder Versagens einer zielgerichteten Therapie des Magenkarzinoms.

Kooperierende Studienzentren der VARIANZ Studie: In diesen Zentren werden von Patienten Gewebeproben und Daten zur Behandlung und zum Erkrankungsverlauf gesammelt, um verlässliche, statistisch aussagefähige Ergebnisse zur Behandlung der Patienten mit HER2/neu-Überexpression zu erhalten und Biomarker zu identifizieren die eine Vorhersage von Ansprechen oder Resistenz gegenüber zielgerichteter Therapie ermöglichen.