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Die Rolle humaner Dopamin-Neurone bei perzeptueller Inferenz

Einzelzellableitungen aus der Substantia nigra des Menschen bei der Tiefenhirnstimulation. Stimulationselektroden werden in einer neurochirurgischen Operation bis in das Mittelhirn vorgebracht. Dopamin-Neurone befinden sich in der Substantia nigra.

Der Forschungsverbund „PsychoSys“ untersucht die neurobiologischen Grundlagen der Entstehung von Wahn, dem Kernsymptom von Psychosen. In diesem innovativen Teilprojekt werden intraoperative Messungen der Aktivität von Dopamin-Nervenzellen des Menschen in Kombination mit Verhaltensexperimenten genutzt, um einen grundlegenden Mechanismus psychotischer Erkrankungen zu erforschen. Es wird postuliert, dass Wahn aus einer Dysfunktion der Vorhersagefähigkeit (Inferenz) des Gehirns entsteht, wobei neue sensorische Ereignisse nicht korrekt mit erlernten Vorhersagen zur Deckung gebracht werden. Das Vorhaben wird vorhandenes Wissen über die Rolle des Neurotransmitters Dopamin als Belohnungs-assoziiertes Vorhersagefehler-Signal erweitern, indem wir untersuchen, ob Dopamin-Aktivität beim Menschen auch sensorische Vorhersagen repräsentiert. Der systemmedizinische Ansatz dieses Vorhabens könnte von besonderer Bedeutung für die umfassende Charakterisierung eines neuronalen Mechanismus’ sein, durch den Dopamin perzeptuelle Inferenz regulieren und somit darüber bestimmen könnte, wie wir unsere Umwelt im gesunden Zustand und im Rahmen psychotischer Erkrankungen wahrnehmen.


Keywords:
Schizophrenie, Dopamin, perzeptuelle Inferenz