Enzym für Therapieresistenz bei Tumoren verantwortlich

Ein körpereigenes Enzym baut in bestimmten Tumoren der Bauchspeicheldrüse Medikamente ab und verhindert so die Wirkung der Chemotherapie. Dies haben Forscher des e:Med-Konsortiums PANC-STRAT herausgefunden und in der Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Zudem haben Sie Marker zur Klassifizierung von Pankreastumoren gefunden. Die Erkenntnisse dieser Studie können individuellere Therapieoptionen ermöglichen und auch auf andere resistente Tumore übertragen werden.

Pankreaskarzinome sind größtenteils bösartige Tumore mit sehr schlechter Prognose. Bisherige Therapien können das Überleben der Patienten nur im geringen Maße verlängern, da die meisten Tumore Resistenzen entwickeln. Obgleich Tumor-Subtypen bekannt sind, werden diese in der Therapie bislang nicht unterschieden. Wissenschaftler des e:Med-Konsortiums PANC-STRAT haben die Tumor-Untergruppen und die molekularen Ursachen der Therapie-Resistenzen untersucht. Dabei haben Sie diagnostische Marker zur histologischen Differenzierung von Tumor-Subtypen identifiziert und gezeigt, dass sich diese Subtypen in Prognose und Therapiesensitivität unterscheiden. In Maus-Experimenten mit humanen Tumoren haben Sie entdeckt, dass ein Arzneimittel-metabolisierendes Enzym – CYP3A5 – Chemotherapeutika inaktiviert und somit für die Therapieresistenz verantwortlich ist. Durch die Hemmung dieses Enzyms konnten Tumore wieder empfänglich für Arzneimittel gemacht werden. Diese Beobachtung konnte in ersten Versuchen auch auf andere solide Tumore übertragen werden. Da diese Hemmung kaum Einfluss auf die physiologisch gewünschte Wirkung hat, ist dies ein vielversprechender Ansatz für therapieresistente Tumore. Die Ergebnisse dieser systemmedizinischen Studie wurden in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

 

Originalpublikation:
Noll, E. M., Eisen, C., Stenzinger, A., Espinet, E., Muckenhuber, A., Klein, C., … Sprick, M. R. (2016). CYP3A5 mediates basal and acquired therapy resistance in different subtypes of pancreatic ductal adenocarcinoma. Nature Medicine, 22(3), 278–287. doi.org/10.1038/nm.4038