GUIDE-IBD

Molekulare Therapiesteuerung bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Das Verbundprojekt GUIDE-IBD beschäftigt sich mit der Therapieoptimierung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Unter diesem Sammelbegriff werden wiederkehrende oder dauerhafte entzündliche Erkrankungen des Darms zusammengefasst, die in der Regel in Schüben verlaufen. Die beiden häufigsten Vertreter dieser Krankheit sind Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, oft leiden gerade jüngere Menschen daran. Bis heute ist nicht zweifelsfrei klar, was eine solche Erkrankung verursacht und wie sie genau entsteht. Nach heutigem Stand der Wissenschaft geht man davon aus, dass es sich um Autoimmunerkrankungen handelt, bei denen auch genetische Faktoren eine Rolle spielen können. Derzeit ist keine vollständige Heilung möglich. Selbst die modernsten Therapieansätze führen lediglich bei jedem zweiten Patienten zu einer oftmals nur temporären Rückbildung der Krankheitssymptome.
Hier setzt GUIDE-IBD an: Im Rahmen des Projekts soll eine optimierte Therapiesteuerung unter realen Bedingungen in der klinischen Praxis erprobt werden. Im Zentrum steht dabei eine Studie an einem kleinen, 130 Personen umfassenden Patientenkollektiv. Es ist geplant, jeweils 65 Patientinnen und Patienten entweder nach der zurzeit besten Standardtherapie oder nach einer optimierten individualisierten Therapie zu behandeln. Anschließend soll der Therapieerfolg beider Ansätze an genau definierten Endpunkten miteinander verglichen werden. Innerhalb der Studie werden den behandelnden Ärztinnen und Ärzten dabei keinerlei Therapieentscheidungen vorgegeben. Alle medizinischen Entscheidungen sollen im Rahmen einer molekularen Therapiekonferenz gemeinsam von den Ärztinnen und Ärzten diskutiert und festgelegt werden. Im Gegensatz zu der konventionellen Standardtherapie stehen den Medizinern bei der optimierten Therapie jedoch zusätzliche Informationen etwa in Form von verschiedenen molekularen Krankheitsparametern zur Verfügung, mit deren Hilfe eine individuelle Therapieentscheidung getroffen werden soll. So sollen die Möglichkeiten einer individuellen Therapiesteuerung insgesamt verbessert und der Behandlungserfolg erhöht werden. Im Erfolgsfall ist geplant, die Therapieoptimierung in die klinische Routine zu überführen.