SP4 - GUIDE-IBD

Modellbasierte Dosisempfehlung

Der Verbund GUIDE-IBD untersucht am Beispiel der anti-TNF-Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit Infliximab, ob eine individualisierte Therapie, die zusätzliche molekulare Marker und innovative mathematische Modellierung der Medikamentenspiegel berücksichtigt (Molecular Medicine Care), tatsächlich zu einem verbesserten Behandlungsergebnis gegenüber der Standardpatientenkohorte führt.
Hauptziel dieses Teilprojekts ist neben der Bestimmung der Medikamentenspiegel die Erstellung von mathematischen Modellen um die Berechnung von modellgestützten individuell optimierten Dosisempfehlungen für die anti-TNF-Therapie mit Infliximab zu ermöglichen. In die Modelle fließen die patientenindividuellen Talspiegel der Medikamente ein, sowie bekannte Einflussgrößen, die sich auf den Verlauf der Medikamentenspiegel auswirken können. Durch ein weiteres komplementäres mathematisches Modell sollen zusätzliche Einflussgrößen identifiziert und quantifiziert werden um eine verbesserte Dosisanpassung zu ermöglichen. Die Daten sollen dazu beitragen, das Ansprechen während der Induktionsphase der initialen anti-TNF-Therapie und damit das Outcome zu verbessern.

Arbeitsplan
1. Bestimmung der Serum-Talspiegel des Medikaments Infliximab (IFX) bei allen Patienten durch zwei prinzipiell unterschiedliche Techniken, einmal mit einem in der klinischen Routine häufig eingesetzten ELISA-Verfahren sowie mit einem hochspezifischen massenspektrometrischen Assay. Zusätzlich werden die gegen das Medikament gebildeten Antikörper im Blut der Patienten bestimmt. Diese Daten werden an die Therapiekonferenz übermittelt.
2. Ausgehend von Literaturdaten Entwicklung eines mathematischen Modells für IFX zur Abschätzung der patientenindividuellen Zeitverläufe der Medikamentenspiegel im Serum sowie Berechnung der individuellen Dosisempfehlung auf Basis der gemessenen Talspiegel und relevanter Kovariaten (z.B. Entzündungsaktivität, Albumin) für die Patienten im „Molecular Medicine Care“-Arm der Studie.
3. Entwicklung eines Web-basierten benutzerfreundlichen Interface für Ärzte zur Berechnung der optimierten IFX-Dosis für die Patienten im „Molecular Medicine Care“-Arm der Studie.
4. Entwicklung eines komplementären mathematischen Modells für IFX zur Vorhersage der IFX-Serum-Zeitverläufe in besonderen Patientengruppen wie alte Menschen oder Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.