TP5 - InCa

Chemische Modulation von Kinasen (CheMoKine) zur Entschlüsselung ihrer funktionellen Rolle bei Krebs, Stoffwechsel- und Entzündungsprozessen

Der Lebensstil und die Umgebung eines Menschen hat großen Einfluss auf die Entstehung von Mutationen im Genom und beeinflusst somit maßgeblich die Krebsentstehung. Während einige Risikofaktoren wie Zigarettenrauch heute weithin bekannt sind, sind andere Prozesse wie chronische Entzündungsprozesse, Adipositas und der Kontakt mit bestimmten Krankheitserregern weniger geläufig. Neben der Bedeutung dieser Faktoren für die Entstehung von Tumoren ist aber auch die Interaktion von Tumorzellen mit Immun-, Entzündungs- und anderen Zellen in ihrer Umgebung für die Krebsentstehung und das Wachstum des Tumors von großer Bedeutung.

Während in den vergangenen Jahren großer Fortschritt in der direkten Adressierung von Prozessen und Proteinen innerhalb der Krebszellen gemacht werden konnte, sind die Prozesse der Interaktion von Tumorzellen mit ihrer Umgebung bisher wenig verstanden und daher auch in Therapien kaum genutzt. In diesem Projekt sollen die molekularen Grundlagen der Interaktionen weiter aufgeklärt und das darin liegende Potenzial für neue Therapieansätze ermittelt werden.

Die Arbeitsgruppe von Daniel Rauh wird sich hierbei auf die strukturbasierte Entwicklung von niedermolekularen Sonden konzentrieren, welche einzelne Proteine in diesem komplexen Netzwerk adressieren. Hierfür hat die Arbeitsgruppe Rauh die Plattform RASPELD (engl.: Robotics‐Assisted Screening Platform for Efficient Ligand Discovery; siehe Abbildung) entwickelt, welche die hocheffiziente Entwicklung solcher Sonden ermöglicht und den Projektpartnern zur Verfügung gestellt wird.

RASPELD – Eine Robotergestützte Screening-Plattform für effiziente Ligandenentwicklung 1. Der iterative Prozess der Ligandenentwicklung umfasst die (I) Substanzbibliothek der Arbeitsgruppe Rauh, (II) das automatisierte Handling der Substannzen, (III) diverse Assay-Technologien zur Charakterisierung der Substanzen, (IV) eine intensive Charakterisierung und Validierung gefundener Hits mittels biochemischer und strukturbiologischer Methoden und (V) organische Synthese zur Generierung verbesserter Substanzderivate. Eine integrierte Datenbank (VI) erlaubt die effiziente Speicherung und den Zugriff auf alle erhobenen Daten.