SysMedSUDs

Ein systemmedizinischer Ansatz für die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei Resilienz- und pathologischen Mechanismen von Substanzgebrauchsstörungen

Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) sind definiert durch zwanghaften Drogenkonsum, Verlangen und Rückfälle, die auch nach Jahren der Abstinenz auftreten können. SUDs umfassen mehrere Substanzklassen, einschließlich Alkohol, Nikotin, Cannabis, Opioide und Stimulanzien. Eine grundlegende Frage in der Suchtforschung ist: "Wie unterscheiden sich die verschiedenen SUDs und welche gemeinsamen pathologischen Phänomene gibt es?" Hier wollen wir untersuchen, inwieweit sich die Mechanismen bei Störungen, die mit Alkohol-, Nikotin-, Heroin-, Cannabis- oder Kokainkonsum einhergehen, unterscheiden.
Dabei werden mehrere Systemebenen bei Menschen und Ratten parallel untersucht. Große Kohorten von SUDs-Patienten aus mehreren Konsortien (z. B. PGC und UK Biobank) zusammen mit Hirngewebe verstorbener Patienten werden vergleichende Einblicke in unterschiedliche und überlappende genetische, epigenetische und transkriptomische Signaturen von SUDs ermöglichen.

Illustration der Teilprojekte, wie sie synergistisch miteinander interagieren

Illustration der Teilprojekte, wie sie synergistisch miteinander interagieren

Vergleichend hierzu werden drogeninduzierte Veränderungen auf Hirnorganoiden erstellt. Die Hirnorganoide werden aus Stammzellen von gut charakterisierten SUD-Patienten gewonnen.
Mit Hilfe eines neuen in-silico Ansatzes und Spektroskopie-Untersuchungen am Patienten werden Veränderungen im Gehirn für die verschiedenen Substanz-induzierten Störungsbilder dargestellt. Um die Funktionalität unserer mehrstufigen Analysen zu untersuchen, verwenden wir Rattenmodelle für Sucht.
Zusammenfassend führt unser interdisziplinäres Konsortium zu einem Verständnis der unterschiedlichen und gemeinsamen Resilienz- und Pathomechanismen von SUDs. Dies wird Auswirkungen auf Diagnose, Präzisionsmedizin, Komorbiditäten, Suchttheorien und sozialpolitische Entscheidungen wie Legalisierung und Besteuerung haben.

Erblichkeit von SUDs

Erblichkeit von SUDs. Der linke Teil zeigt die Erblichkeit (gewichteter Mittelwert und Bereich) der 5 SUDs, die vom SysMedSUD-Konsortium untersucht werden sollen. Die Heritabilität wurde anhand von Daten aus Zwillingsstudien berechnet (Anzahl der Zwillingspaare in Klammern). Auf der rechten Seite ist die Heritabilität gegen das ungefähre Ranking für das relative Suchtrisiko aufgetragen. Das relative Suchtrisiko wird auf einer Fünf-Punkte-Skala ausgedrückt, wobei eins das niedrigste Risiko und fünf das höchste Risiko angibt. Modifiziert von Goldman et al. (2015).

 

Informationen zur Fördermaßnahme finden Sie auf der BMBF-Webseite

Weitere Informationen auf der eigenen Verbundwebseite: sysmedsud.org