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Klinische Studie zu seneszenzassoziierten und anderen Biomarkern in Patienten mit Pankreaskrebs im Vergleich zu Kontrollen mit vergleichbarer Alters- und Geschlechtsstruktur

Das Pankreaskarzinom (duktales Pankreas-Adenokarzinom, PDAC) ist durch späte klinische Präsentation, frühe Metastasen und schlechte Prognose gekennzeichnet, mit einer 1-Jahres-Überlebensrate von nur 15%. Jüngste Entwicklungen in der Onkologie haben in klinischen Studien mit PDAC-Patienten keinen großen Nutzen gezeigt. Selbst in lokalisierten Stadien erscheint PDAC als systemische Erkrankung: Nach erfolgreicher Resektion der seltenen lokalisierten PDAC zeigen viele Patienten innerhalb des ersten Jahres Metastasen.
Wie bei Krebs im Allgemeinen besteht auch bei PDAC im Besonderen ein Zusammenhang mit Hyperkoagulabilität: bis zu 34% der Patienten mit metastasierter PDAC entwickeln thromboembolische Komplikationen. Während die venöse Thromboembolie das häufigste Ereignis ist und seit mehr als 100 Jahren beschrieben wird, wurde in jüngerer Zeit auch der Zusammenhang mit arteriellen ischämischen Ereignissen wie dem Schlaganfall erkannt. Die Pathophysiologie dieser Komorbidität ist jedoch noch wenig verstanden.
Bei diesem Projekt handelt es sich um eine prospektive, beobachtende Kohortenstudie bei Patienten mit PDAC, und um Gemeinsamkeiten der Pathophysiologie aufzuklären, haben wir die Vorgehensweise stark mit Teilprojekt 5 (Rekrutierung von Patienten mit Schlaganfall) koordiniert: 50 Patienten mit PDAC werden klinisch charakterisiert und regelmäßig untersucht. Die Nachbeobachtung besteht aus demographischen und klinischen Daten, klinischen Tests, vom Patienten ausgefüllten Fragebögen sowie Blutproben. Routine-Blutparameter sind das Differentialblutbild, Bilirubin, Albumin, Cholesterin, HbA1c, CRP, CA19-9 und Gerinnungstests. Die experimentelle Blutanalyse besteht aus Transkriptomik und Proteomik in T-Zellen sowie Proteinanalyse im Serum. Eine Nachbeobachtung ist nach 3 Monaten, 6 Monaten, 12 Monaten, 24 Monaten, 36 Monaten und 48 Monaten geplant. Klinisch wichtige Parameter wie z.B. Sarkopenie, Verschlechterung des Leistungsstatus (ECOG) und Lebensqualität werden als Endpunkte definiert. Komorbidität (d.h. vaskuläre Ereignisse) ist einer der sekundären Endpunkte. Patienten, die im gleichen Haushalt leben (z.B. Ehepartner), dienen als Kontrollgruppe und werden auf die gleiche Weise untersucht.
Zusammen mit Teilprojekt 5 werden Omics-Daten für drei Gruppen (PDAC- und Schlaganfall-Patienten, Kontrollen) zur Verfügung stehen. Die experimentelle Blutanalyse wird für alle Teilnehmer nach standardisierten Verfahren im gleichen Forschungslabor durchgeführt. Wir unterstützen die rechnergestützten Gruppen auch bei der Bewertung und Interpretation der Biomarker.
Die Studie wurde von der Ethikkommission des Universitätsklinikums Rostock genehmigt.